Checkliste: Arbeitslos – was ist zu tun?

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Aus der Arbeitslosigkeit heraus einen neuen Job zu finden, ist schwierig. Dennoch ist es nicht aussichtslos. Die Chancen sind meist jedoch besser, als man denkt. Die Checkliste „Arbeitslos – was ist zu tun“ liefert einen Leitfaden für die ersten Schritte nach dem Verlust des Arbeitsplatzes. Außerdem enthält sie Tipps für die spätere Jobsuche.

Arbeitslos!

  • Die ersten Schritte

    • Wer weiß, dass sein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis demnächst endet, ist verpflichtet, sich spätestens drei Monate vorher bei der Agentur für Arbeit „arbeitssuchend“ zu melden. Wird die Beendigung erst später bekannt – also bereits innerhalb der Drei-Monats-Frist –, dann muss sich der Betroffene innerhalb von drei Tagen melden. Die Meldung, dass man Arbeit sucht, kann auch telefonisch oder online (http://www.arbeitsagentur.de) erfolgen.

    • Nach der ersten Meldung, dass man Arbeit sucht, ist es notwendig, sich spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit persönlich bei der Agentur für Arbeit „arbeitslos“ zu melden. Arbeitslosengeld wird (wenn es einem zusteht) erst bezahlt, wenn dieser Termin zur „Arbeitslosmeldung“ wahrgenommen wurde.

    • Hinweis: Wer die Fristen nicht beachtet, muss mit Sperrzeiten rechnen.

  • „Arbeitslosmeldung“

    • Für den Termin zur „Arbeitslosmeldung“ sollten Sie folgendes dabei haben:

    • Alternativ: Reisepass mit aktueller Meldebescheinigung.

    • Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers, Lohnsteuerkarte u. a.

    • Für die Arbeitslosenversicherung

  • Schriftliche Stellungnahme

    • Eine schriftliche Stellungnahme ist gefragt, wenn eine der folgenden Voraussetzungen zutrifft:

    • Dieser Fall liegt vor, wenn der Arbeitgeber Kündigungsfristen nicht eingehalten hat oder gegen ein gesetzliches bzw. tarifliches Kündigungsverbot verstoßen hat.

    • Es geht hier um Kündigungen seitens des Arbeitgebers, die erfolgten, weil sich der Arbeitnehmer arbeitsvertragswidrig verhalten hat.

Arbeitslosengeld

  • Ob und wie lange Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, prüft die Agentur für Arbeit vor allem anhand eines Antrags, den jeder Betroffene ausfüllen muss. Mitunter sind Unterlagen nachzureichen.

  • Um Arbeitslosengeld zu erhalten, muss eine gewisse Anwartschaftszeit erfüllt sein. „Das ist dann der Fall, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und der eingetretenen Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate (das sind 360 Kalendertage, weil der Monat zu 30 Tagen gerechnet wird) in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung gestanden haben. Zeiten eines Beschäftigungsverhältnisses ohne Entgeltzahlung bis zu einem Monat werden mitgerechnet. Dagegen werden Zeiten ohne Entgelt, aber mit Bezug von Kurzarbeitergeld (auch Transfer- und Saisonkurzarbeitergeld) in vollem Umfang berücksichtigt. Zeiten der Antragspflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung können auch berücksichtigt werden.“

  • Die Höhe des Arbeitslosengeldes ist gedeckelt und richtet sich nach dem bisherigen Verdienst, ist aber unabhängig vom Vermögen. Arbeitslose ohne Kinder erhalten etwa 60 Prozent ihres Nettogehalts, mit Kindern sind es 67 Prozent.

  • Arbeitslosengeld erhält nur der, der nicht arbeitet. Jobs, die weniger als 15 Stunden wöchentlich ausmachen, sind möglich. Unentgeltliches Ehrenamt ebenso. Beides muss jedoch angegeben sein.

  • Eine Unterbrechung der Arbeitslosigkeit ist bis zu sechs Wochen möglich, ohne dass erneut ein Antrag gestellt werden muss.

  • Wer Arbeitslosengeld bezieht, ist zur aktiven Jobsuche verpflichtet, und er muss werktags für die Agentur für Arbeit am Wohnort erreichbar sein, sonst drohen Sperrzeiten.

"Urlaub"

  • „Urlaub“ ist nach Absprache möglich.

Umzug

  • Über einen Umzug möchte die Agentur für Arbeit rechtzeitig informiert sein.

Eingliederung

  • Die Bereitschaft zur Teilnahme an Kursen zur beruflichen Eingliederung wird vorausgesetzt.

Jobsuche

Tipps

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über den Arbeitsmarkt und ermitteln Sie, wie Ihre Chancen stehen.

  • Am Anfang der Arbeitssuche sollten Sie außerdem eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten machen. Wer eine Kündigung erhalten hat, schmälert oft sein Können. Einschätzungen von Freunden und Ex-Kollegen helfen oft, wieder klarer zu sehen.

  • Jobsuchende sollten vor dem Start ihrer Bewerbungsaktivitäten ihre Unterlagen auf den neuesten Stand bringen. Die Agentur für Arbeit bietet auch Bewerbungstrainings an.

  • „Was macht mich für das Unternehmen attraktiv?“ Diese Frage sollte in Ihrer schriftlichen Bewerbung auf jeden Fall beantwortet sein.

  • Sprechen oder schreiben Sie Firmen an.

  • Tipp: Verschicken Sie bei einer Initiativbewerbung nicht gleich eine komplette Bewerbungsmappe, sondern lediglich ein persönliches Anschreiben, ergänzt um ein kurzes Leistungsprofil.

  • Wenn Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden, sollten Sie wissen, was Sie dem Unternehmen zu bieten haben. Außerdem sollten Sie sich bestens über die Firma informiert haben.

  • Sollten die ersten drei Monate der Bewerbungsaktivitäten nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, wird es Zeit, sich zu überlegen, welche Fortbildungen sinnvoll sein könnten.

  • Vernetzen Sie sich mit anderen Betroffenen, um sich regelmäßig auszutauschen, Mut zu machen und gegenseitig zu informieren.

  • Prüfen Sie, inwieweit eine Selbstständigkeit für Sie in Frage kommt. Die Arbeitsagentur fördert das unter Umständen mit einem Gründungszuschuss.

  • Wer länger arbeitslos ist, sollte es auch mit Probearbeit und einer Hospitanz versuchen. So eine Tätigkeit kann ein Türöffner sein.

  • Bei längerer Arbeitslosigkeit sollte man über eine Umschulung nachdenken.

  • Seien Sie während der Arbeitslosigkeit besonders sparsam und achten Sie auf Ihre Ausgaben. Vermeiden Sie Kredite oder Ratenzahlungen. Die Zinsen sind unnötige Ausgaben.

  • Berater

Die Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind die – unserer Meinung nach – wichtigsten Kriterien zusammengefasst.