Checkliste: Tipps für Bauherren

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Ein Bauvorhaben ist ein ehrgeiziges Projekt. Ein Bauherr braucht daher gute Nerven – und möglichst umfassende Kenntnisse. Denn es gibt viele Fallstricke. Für eine möglichst reibungslose Umsetzung sind eine akribische Planung und eine richtige Finanzierung die wichtigsten Voraussetzungen. Die Checkliste „Tipps für Bauherren“ liefert Ihnen den roten Faden auf dem Weg zu Ihrem Traumhaus.

Vorbereitungen

  • Finanzierung

    • Wichtig ist, das verfügbare Kapital richtig einzuschätzen. Damit fällt die Entscheidung, was für ein Haus entstehen soll: die Villa oder das Reihenhaus. Auch wenn die Miete künftig entfallen wird, die übrigen Kosten (Nebenkosten, Grundsteuern u. a.) sind nicht zu unterschätzen.

    • Lassen Sie sich von mehreren Banken Angebote machen. Auch Nachverhandeln lohnt sich meist.

    • Gewisse Bauvorhaben werden vom Staat gefördert. Wenn das Gebäude später wenig Energie verbrauchen wird, dann könnte z. B. ein Darlehen mit günstigen Zinssätzen gewährt werden.

  • Grundstück

    • Vor Ihrer Entscheidung sollten Sie folgende Punkte checken:

    • Wichtige Fragen: Wie ist die (künftige) Infrastruktur? Gibt es Lärmquellen? Wie steht die Sonne? Welche Pläne gibt es für die nähere Umgebung?

    • Tipp: Gehen Sie beim Wohnumfeld keine Kompromisse ein. Straßen- oder Fluglärm kann z. B. auf Dauer sehr stressig sein.

    • Ist bereits eine Erschließung vorhanden oder sind die Kosten dafür noch in die Rechnung mit einzubeziehen? Eine wichtige Frage!

    • Lassen Sie sich in der Verwaltung den Flächennutzungsplan zeigen. Daraus geht die geplante Entwicklung des gesamten Gebietes hervor. Der freie Blick aufs Feld kann schon im nächsten Jahr verschwunden sein, weil ein weiterer Bauabschnitt geplant ist.

    • Die Beschaffenheit des Bodens kann mitunter für böse, kostspielige Überraschungen sorgen. Klären Sie folgende Fragen: Gibt es Altlasten? Wie ist die Tragfähigkeit? Wie ist der Grundwasserstand?

    • Tipp: Wenn die Bodenqualität nicht in Ordnung zu sein scheint, dann sollten Sie sich in der Verwaltung das Altlastenkataster ansehen.

Planung

  • Wie soll die Abwicklung des Bauprojektes erfolgen? Es gilt abzuwägen, ob Sie die Verantwortung an einen Generalunternehmer delegieren wollen, der das Gebäude dann schlüsselfertig liefert, oder ob Sie sich evtl. in Kooperation mit einem Architekten selbst um das gesamte Vorhaben kümmern möchten. Beides hat Vor- und Nachteile.

  • Geschäftspartner

    • Wie möchten Sie Ihr Bauprojekt umsetzen? Es gibt folgende Möglichkeiten:

    • Tipp: Prüfen Sie die Kreditwürdigkeit Ihrer Partner! Sie können eine Bankauskunft einholen. Besser noch ist eine Auskunft über den Verein Creditreform. Am besten ist eine Gewährleistungsbürgschaft einer Bank für den Bauunternehmer. Im Konkursfall sichert die Bürgschaft der Bank Ihre Ansprüche ab.

    • Der Bauvertrag sollte immer kritisch geprüft werden. Sinnvoll ist es, dafür einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Dies kann z. B. ein Fachanwalt oder ein unabhängiger Bauberater sein. Ohne genauen Check drohen leicht hohe Zusatzkosten. Fallstricke beinhalten u. a. oft folgende Punkte:

    • Die Bauleistungen sind besonders in ihren Umfängen oft nicht präzise beschrieben. Lassen Sie sich nicht auf Formulierungen wie „XYZ-Material oder gleichwertig“ ein.

    • Baubeginn, Bauzeit und der Termin für die Fertigstellung sollten klar benannt sein. Wenn nicht, dann können für den Bauherrn erhebliche Zusatzkosten entstehen, die ihm evtl. sogar Finanzierungsprobleme bescheren.

    • Tipp: Nachbesserungen im Vertrag unbedingt schriftlich festhalten.

  • Bauversicherung

    • Wer baut, sollte am besten folgende Versicherungen abschließen:

    • Die Bauwesenversicherung schützt vor Schäden am Gebäude, die während der Bauzeit unvorhergesehen eintreten.

    • Die Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt das Haftungsrisiko des Eigentümers für Personen- und Sachschäden ab.

    • Die Rohbaufeuerversicherung kommt für Schäden auf, die während der Bauphase (bis zum Bezug) durch Feuer entstanden sind.

    • Bauhelfer müssen der Berufsgenossenschaft gemeldet werden.

Unterlagen

  • Zu den Planungsunterlagen gehören v. a.:

  • Kosten

    • Die exakten Kosten des Bauvorhabens lassen sich erst errechnen, wenn die Planungsunterlagen vollständig sind. Neben den Baukosten sollten Kosten für folgende Punkte in die Kalkulation einfließen:

    • Zu den Baunebenkosten zählen u. a.: Architekt, Statik, Vermessung, Baugenehmigung.

    • Der Architekt oder Generalunternehmer reicht normalerweise für den Bauherren den Bauantrag bei der Verwaltung ein. Ziel ist eine Baugenehmigung.

Ausschreibung

Vertragserfüllungsbürgschaft

  • Die Vertragserfüllungsbürgschaft ist eine Absicherung für den Fall der Insolvenz eines beteiligten Bauunternehmens. Der Generalunternehmer sollte zwingend eine Vertragserfüllungsbürgschaft vorweisen können.

  • Tipp: Die Vertragserfüllungsbürgschaft muss vor Baubeginn vorliegen.

Baustelle

  • Der Beginn der Bauarbeiten muss der Baubehörde mitgeteilt werden. Auch Bauunternehmer bzw. Bauleiter müssen benannt sein.

  • Baustelle einrichten

    • Beim Einrichten der Baustelle ist Folgendes zu berücksichtigen:

    • Tipp: Das Aufstellen des Schildes „Eltern haften für ihre Kinder“ ist allein nicht ausreichend.

    • Tipp: Verschmutzungen der Straße durch die Baustelle müssen sofort beseitigt werden.

    • Die Bauarbeiten sollten kontinuierlich kontrolliert werden – am besten durch einen Architekten oder den Bauleiter. Baumängel müssen zügig gemeldet werden.

    • Tipp: Führen Sie während der gesamten Bauphase ein detailliertes Bautagebuch.

Ordnung

  • Kontrollieren Sie Lieferscheine und Rechnungen sofort und heben Sie beides sorgfältig auf.

  • Tipp: Vor Zahlung der Rechnungen sollte stets die korrekte Ausführung der Arbeiten überprüft werden.

Bauabnahme

  • Die Bauabnahme sollte in Ruhe erfolgen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Ist die Zeit zu knapp bemessen, sollte man am besten einen neuen Termin vereinbaren.

  • Tipp: Bei Streit empfiehlt sich, die Bauabnahme abzubrechen und bei einem neuen Termin einen Gutachter/Anwalt hinzuzuziehen.

  • Gewährleistungsansprüche

    • Im Bauvertrag kann ein gewisser Betrag der Vertragssumme als Sicherungsleistung bestimmt werden. Er wird erst nach Ablauf der Gewährleistungsfrist ausgezahlt.

Die Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind die – unserer Meinung nach – wichtigsten Kriterien zusammengefasst.
Quellen: immonet.de, baumarkt.de