Checkliste: Berufsstart

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Der erste Schritt zum Start ins Berufsleben ist geschafft: Der Ausbildungsvertrag ist unterschrieben – oder auch der erste Arbeitsvertrag. Der erste Arbeitstag steht an. Doch bevor Sie in der Firma beginnen, sind noch wichtige Formalitäten zu erledigen. Die Checkliste „Berufsstart“ hilft dabei. Punkt für Punkt ist alles schnell abgehakt.

Finanzen

  • Ausbildungsvergütungen werden bargeldlos bezahlt. Falls noch kein Konto vorhanden ist, dann wird es jetzt Zeit. Viele Banken und Sparkassen bieten Sonderkonditionen für Auszubildende, z. B. ein Girokonto, das gebührenfrei geführt wird. Es lohnt sich daher immer, die Konditionen zu vergleichen. Der Arbeitgeber braucht die Angaben zu Kontonummer, Bankleitzahl und Geldinstitut.

  • Sollte der Lehrbetrieb sehr weit vom jetzigen Wohnort entfernt sein, kann – wenn deswegen ein Umzug ansteht – Ausbildungsbeihilfe beantragt werden. Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach Alter, Familienstand und der Unterbringung. Bei der Berechnung werden berücksichtigt: die Ausbildungsvergütung, das Einkommen der Eltern und ggf. das Einkommen des Ehepartners/der Ehepartnerin. Der Antrag ist über die Agentur für Arbeit zu stellen. Alternative: Wohngeld.

  • Kindergeld erhalten Eltern unter Umständen auch für ihre erwachsenen Kinder (18–25 Jahre), wenn diese ledig sind und sich noch in Berufsausbildung befinden. Es lohnt sich zu prüfen, ob Ansprüche bestehen. Vorzulegen ist eine Ausbildungsbescheinigung, die der Betrieb ausstellt.

Steuern

  • Die Lohnsteuerkarte in Papierform hat ausgedient. Stattdessen existiert jetzt ein elektronisches Verfahren. Ansprechpartner sind der Arbeitgeber und/oder das Finanzamt.

Versicherungen

  • Unter dem Begriff „Sozialversicherung“ sind die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung zusammengefasst. Sie benötigen eine Versicherungsnummer und einen Sozialversicherungsausweis. Zuständig ist der Rentenversicherungsträger. Die Krankenkasse (siehe nächster Punkt) kann bei der Anmeldung beides beantragen.

  • Auszubildende sind nicht mehr über die Eltern versichert. Sie müssen sich rechtzeitig um eine eigene Krankenversicherung bemühen. Die Krankenkasse ist frei wählbar. Mit Beginn der Ausbildung benötigt Ihr Arbeitgeber eine Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse.

  • Tipp: Wählen Sie eine Krankenkasse, die Sie von Ihrem Wohnort oder an Ihrem Beschäftigungsort leicht erreichen können.

  • Ein Schicksalsschlag – wie etwa eine schwere Krankheit oder schlimmer Unfall – kann jeden treffen. Daher ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert. Denn erst nach fünf Jahren Berufstätigkeit besteht ein gesetzlicher Anspruch auf eine „Erwerbsminderungsrente“.

  • Auszubildende oder Studenten können sich bis zum Ende ihrer ersten Ausbildung in der Privathaftpflichtversicherung der Eltern mitversichern lassen. Wenn diese nicht existiert, sollte man eine eigene Privathaftpflichtversicherung abschließen.

Nachweise

  • Die Arbeitsschutzbestimmungen für Jugendliche besagen: Wer jünger als 18 Jahre ist, darf in Deutschland nur beschäftigt werden, wenn er für den gewählten Beruf gesundheitlich geeignet ist. Eine solche Bescheinung können erstellen: der Hausarzt, das Gesundheitsamt oder der Betriebsarzt. Die Bescheinigung ist dann dem Arbeitgeber vorzulegen.

  • Wer über das 17. Lebensjahr hinaus die Schule besucht hat, sollte sich diese Zeiten von der Schule bestätigen lassen. Das ist später wichtig für die Berechnung der Rente.

Die Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind – die unserer Meinung nach – wichtigsten Punkte zusammengefasst.