Die Existenzgründungs-Checkliste

Auswahl

Ein Leitfaden für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Sind Sie ein Unternehmertyp?

  • Vorüberlegungen

    • Folgende Fragen sollten Sie sich stellen und ehrlich beantworten:

    • Ist die Selbstständigkeit die richtige Lösung für Sie? Sind Sie ein Unternehmertyp?

    • Sie sollten sich unbedingt bewusst sein, was Sie leicht bewältigen – und was nicht.

    • Prüfen Sie, ob Ihre Kenntnisse des Faches und der Branche ausreichend sind. Sofern Defizite vorhanden sind: Nutzen Sie die Weiterbildungs- und Beratungsangebote (z. B. der Industrie- und Handelskammern), um Ihre Geschäftsidee zu entwickeln und Ihr Produkt bzw. Ihre Leistung zu vermarkten. Eventuell kann auch die Kooperation mit Partnern sinnvoll sein, um Know-how-Lücken zu schließen

    • Haben Sie genug Erfahrungen, um Unternehmer zu sein?

    • Reichen Ihre kaufmännischen Kenntnisse aus, um eine Firma zu führen?

    • Was sagt Ihre Familie? Sie sollte hinter Ihrem Projekt stehen.

    • Besonders die Startphase kann anstrengend werden. Fühlen Sie sich dafür gewappnet?

  • Check der Person

    • Je mehr Fragen mit Ja beantwortet werden, umso besser. Dies sind die Stichworte:

    • Sind Sie von Ihrer Geschäftsidee überzeugt?

    • Haben Sie eine richtige Vorstellung vom Alltag als Unternehmer?

    • Fühlen Sie sich den Aufgaben gewachsen?

    • Sind Sie Optimist? Glauben Sie an Ihren Erfolg?

    • Haben Sie Führungserfahrung? Können Sie Aufgaben delegieren? Haben Sie Erfahrungen mit Verhandlungen?

    • Verwirklichen Sie Ihre Ziele? Arbeiten Sie lösungsorientiert? Haben Sie Selbstvertrauen?

    • Reizen Sie neue Aufgaben? Sind Sie risikofreudig?

    • Sind für Sie „Überstunden“ denkbar? Können Sie auf Urlaub verzichten?

    • Gelingt Ihnen der Stressabbau?

    • Können Sie mit einem ungeregelten Einkommen leben? Sind Sie bereit, sich anfangs finanziell einzuschränken? Können Sie mit Geld umgehen?

    • Lernen Sie aus Fehlern? Sind Sie kritikfähig? Kennen Sie Ihre Grenzen?

    • Sind Sie belastbar? Sind Sie gesund? Treiben Sie Sport?

    • Steht die Familie zu Ihnen?

  • Check der Motivation

    • Folgende Motivationen sind eine gute Ausgangsposition. Die Stichpunkte:

    • Sie wollen Unternehmer werden, weil Sie die Kenntnisse und Erfahrungen haben.

    • Eine Selbstständigkeit hat Sie schon immer gereizt.

    • Die eigenständige Gestaltung Ihres Arbeitslebens ist Ihnen wichtig.

    • Ihre Gründungsidee ist Ihr Lebenstraum.

    • Sie verdienen als Firmenchef mehr als in Ihrem derzeitigen Job.

    • Alarmzeichen: Ihre Selbstständigkeit sollte keine Notlösung sein, z. B. weil Sie arbeitslos sind, der Job nervt oder Vorgesetzte Ihnen ohnehin ein Greul sind.

  • Check der Geschäftsidee

Vorbereitung der Existenzgründung

  • Besorgen Sie sich ausreichende Informationen und werten Sie diese systematisch aus.

  • Erstellen Sie eine sorgfältige Marktanalyse.

  • Entwickeln Sie dazu eine Marktstrategie.

  • Prüfen Sie die Machbarkeit technisch, rechtlich und wirtschaftlich.

  • Besuchen Sie spezielle Seminare und Messen für Gründer.

  • Lassen Sie sich von Fachleuten z. B. von Ihrer Kammer oder Ihrem Verband, einer Unternehmensberatung oder von Wirtschaftssenioren beraten.

  • Sprechen Sie mit engen Vertrauten über Ihre Pläne.

  • Halten Sie Ihre Geschäftsidee schriftlich fest.

  • Prüfen Sie die Schutzrechte. Klären Sie ggf. auch alle Fragen rund um Marken, Patente sowie Gebrauchs- und Geschmacksmuster.

  • Lassen Sie sämtliche Geschäftspapiere erstellen.

  • Legen Sie einen Zeitplan fest, in dem Sie auch „Meilensteine“ benennen.

Der Geschäftsplan

Die Finanzierung des Vorhabens

  • Folgende Fragen zur Gründung müssen geklärt sein:

  • Kosten

    • Besonders in der Startphase

    • Gründungskosten

    • Finanziert der Ehepartner evtl. den Lebensunterhalt (vorübergehend) mit?

    • Könnten Sie Geld vom Staat (Bund, Land od. EU) erhalten? Dies sind die wichtigsten Förderprogramme: Gründungszuschuss (Bundesagentur für Arbeit http://www.arbeitsagentur.de), KFW-Gründerkredit-StartGeld, KFW-Gründerkredit-Universell, ERP-Kapital für Gründung, Gründer-Coaching Deutschland.

    • Was finanziert die Bank zu welchen Konditionen?

    • Lohnt sich der Aufwand der Firmengründung für Sie langfristig?

    • Ist die Familie abgesichert?

    • Tipp: Sollten Sie mit der Finanzierung Schwierigkeiten haben, dann suchen Sie sich am besten eine „Hausbank“, die über spezielle Firmenkundenbetreuer, noch besser: Gründungsberater oder sogar ein Existenzgründungscenter verfügt.

    • Tipp: Wenn Sie nicht genügend Sicherheiten für einen Kredit besitzen, erkundigen Sie sich nach dem ERP-Gründerkredit-StartGeld. Das Förderdarlehen unterstützt auch Gründungsvorhaben, die zunächst im Nebenerwerb starten. Der Gründer muss i.d.R. nur für einen Teil der Kreditsumme Sicherheiten zur Verfügung stellen.

    • KfW-Mittelstandsbank http://www.kfw.de

    • Förderdarlehen http://www.foerderdatenbank.de

Die Formalitäten

  • Vor der Gründung will Folgendes bedacht sein:

  • Welche Anforderungen stellen Behörden? Sind Zulassungen, Nachweise oder Genehmigungen erforderlich? Ist eine Anmeldung beim Finanzamt erfolgt?

  • Gibt es Vorgaben der Kammer zu beachten?

  • Was wird seitens der Berufsverbände verlangt?

  • Welche Versicherungen sind erforderlich? Bezogen auf das Unternehmen sind es z. B.: Director & Officers-Versicherung, Berufshaftpflicht, Vermögensschadenshaftpflicht, Betriebshaftpflicht, Kfz-Haftpflicht, Produkthaftpflicht, Betriebliche Versicherung für Geschäftsunterbrechungen, Versicherung für Angestellte, Rechtsschutzversicherung. Bezogen auf den Unternehmer sind es z. B.: Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Versicherung für den Fall einer Arbeitslosigkeit, Versicherung zur Altersvorsorge

  • Lassen Sie sich auch nach der Gründung weiterhin regelmäßig beraten.

Diese Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind – die unser Meinung nach – wichtigsten Punkte zusammengefasst.