Checkliste: Was braucht das Finanzamt?

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Wollen Sie Geld verschenken? Sicherlich nicht! Dann sollten Sie sich aufraffen, die Steuererklärung zu machen. Mit unserer Checkliste „Was braucht das Finanzamt?“ können Sie prüfen, welche Unterlagen und Belege Sie für Ihre Steuererklärung benötigen. Beachten Sie dabei, dass nicht alle Punkte für jeden Einzelfall zutreffen.

Allgemein

Belege

  • Folgendes sollte belegt sein, wenn es auf Ihre Situation zutrifft:

  • Leistungsbescheid des Arbeitsamtes bzgl. Arbeitslosengeld

  • Bescheinigung der Krankenkasse

  • Bescheinigung zur Riester-/Rürup-Rente

  • Bescheide über Sozialleistungen

  • Nachweise z. B. für Ersatzkassenbeiträge, Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherungen, Sozialversicherungsbeiträge, die nicht auf der Lohnsteuerkarte enthalten sind.

  • Rechnung des Steuerberaters oder Mitgliedsbeiträge von Lohnsteuerhilfevereinen.

  • Als Eltern

    • Wichtig für Eltern sind Nachweise für Folgendes:

    • Nachweis und Zahlungsbeleg

    • Hinweis: Ausgaben für Kita, Hort, Tagesmutter, Au-pair oder andere Betreuungsangebote können nun für alle Kinder von der Geburt bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres berücksichtigt werden.

    • Quelle: Stiftung Warentest, Steuererklärung 2012

    • Nachweise über die Ausbildung bei erwachsenen Kindern (älter als 18 Jahre) und/oder sowie Belege für Einkommen der Kinder inkl. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

  • Als Hausbesitzer oder Mieter

  • Werbungskosten

    • Ausgaben für den Weg zur Arbeit, für Dienstreisen, Bewerbungen, Arbeitsmittel und Weiterbildungen kann jeder ansetzen. Wer wegen des Jobs einen zweiten Haushalt führen muss, kann die Extra-Kosten dafür ebenfalls abrechnen.

    • Für die Werbungskosten sind Nachweise für Folgendes wichtig:

    • Angabe der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstelle und/oder Belege über die Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel

    • Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung (u. a. Zimmermiete am Arbeitsort, Fahrtkostenbelege)

    • Belege über die Umzugskosten

    • Belege über Reisekosten- bzw. Reisekostenabrechnung mit dem Arbeitgeber

    • Nachweis von Kfz-Unfallkosten, falls der Unfall auf einer Dienstreise oder auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte passiert ist.

    • Belege über Aufwendungen zur Berufsausbildung (auch Studium) wie z. B. Fahrtkosten, Unterkunft, Gebühren, Lernmaterial, Exkursionen

    • Belege über Fortbildungskosten inkl. der vom Arbeitgeber oder Arbeitsamt erstatteten Kosten für Berufskleidung

    • Belege für Berufskleidung

    • Belege z. B. über Fachliteratur oder sonstige berufsspezifische Arbeitsmittel

    • Belege über die Bewerbungskosten (Fotos, Kopien, Büromaterial, Porto)

    • Nachweis über Beiträge für Berufsverbände oder Gewerkschaften

    • Arbeitgeber-Bescheinigungen über Auslösung, Fahrtkosten, Wegegeld, Telefonpauschalen sowie wechselnde Einsatzorte und/oder Abwesenheit von mehr als 8 Stunden.

Sonderausgaben

  • Spendenbelege

  • Besondere Belastungen

    • Bei außergewöhnlichen Belastungen wie z. B. hohe Ausgaben für die Behandlung einer Krankheit oder die Pflege eines Angehörigen gibt es vom Fiskus meist Geld zurück. Auch eine Scheidung kann hierunter fallen – oder ein Todesfall.

    • Benötigt werden Belege für Folgendes:

    • Gefragt sind Belege für Arztkosten, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden.

    • Das können z. B. Belege für Fahrtkosten zu einer Praxis (Arzt/Therapie) sein.

    • Belege für Zuzahlungen auf Medikamente

    • Belege für Heil- und Hilfsmittel wie Brillen, Massagen, Zahnersatz, Arzneien, deren Kosten man selbst getragen hat.

    • Belege über Kuren, die von einem Arzt verordnet wurden, inkl. der Erstattungen durch die Krankenkasse.

    • Belege über gezahlte Krankenversicherungsbeiträge und Zusatzbeiträge oder Bescheinigung der privaten Krankenversicherung mit anteiligem Ausweis des Beitragsanteils, der auf die Basisversorgung entfällt.

    • Belege über Ehescheidungskosten sowie das Scheidungsurteil

    • Bei Unterhalt an geschiedenen Ehegatten wird Folgendes benötigt: Zustimmung zum Realsplitting, gezahlte Beiträge zur Krankenversicherung.

  • Pflege

    • Von Vorteil ist, wenn Sie Folgendes dokumentieren können:

    • Rechnung und Zahlungsbeleg für Pflegeleistungen

    • Es geht um die Pflegeheimkosten für die eigenen Eltern, sofern diese nicht durch Leistungen einer gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung gedeckt sind.

    • Nachweis über Körperbehinderung (ggf. auch für Familienmitglieder).

    • Nachweis über regelmäßige Unterhaltszahlung/Unterstützung plus Bescheinigung über die Bedürftigkeit des Betroffenen.

  • Todesfall

    • Beerdigungskosten eines nahen Verwandten lassen sich geltend machen, wenn das Erbe nicht ausreicht, um alles zu bezahlen.

Einnahmen

  • Folgende Einnahmen sind anzugeben:

  • Belege über Einnahmen und Ausgaben für die betreffende Immobilie, z. B. Mietvertrag bzw. Abrechnung der Hausverwaltung.

  • Für Einkünfte aus Kapitalvermögen sollten Sie Steuerbescheinigungen und Erträgnis- aufstellungen vorlegen können.

  • Hierunter fallen z. B. Vermittlungsprovisionen oder auch der Unterhalt im Fall von Scheidungen.

Abgabe bis 31. Mai

  • Viele Steuerzahler müssen ihre Steuererklärung bis spätestens am 31. Mai abgegeben haben. Steuerzahler, auf die 2012 mindestens einer der folgenden Punkte zutraf, gehören dazu:

  • Es wurde ein Freibetrag für den Lohnsteuerabzug beantragt.

  • Elterngeld von mehr als über 410 Euro wurde bezogen.

  • Krankengeld von mehr als über 410 Euro wurde bezogen.

  • Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro wurden bezogen.

  • Zu den außerordentlichen Einkünften zählt z. B. eine Abfindung, wenn diese nach der Ein-Fünftel-Regelung zu versteuern ist.

  • Es geht um Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro, z. B. durch Mieteinnahmen.

  • Es geht um Eheleute, bei denen einer die Steuerklasse V oder VI hat.

  • Für die meisten anderen Steuerzahler ist die Abgabe der Steuererklärung freiwillig und damit an keine Frist gebunden. Sie sollten aber bedenken, dass Steuerabrechnungen für vergangene Jahre vom Finanzamt nur bearbeitet werden, wenn nicht mehr als vier Jahre verstrichen sind.

Diese Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind – die unserer Meinung nach – wichtigsten Punkte zusammengefasst. Quellen: Lohnsteuerhilfe Nürnberg; Steuererklärung 2012, Stiftung Warentest (www.test.de)