Die Geburts-Checkliste

Auswahl

Suche einer Entbindungsklinik

  • Um die Geburtsklinik sollten sich die werdenden Eltern rechtzeitig kümmern. Die Kliniken bieten meist kostenlose Infoabende und Besichtigungstermine an. Diese sollte man unbedingt nutzen. Da viele Krankenhäuser überlaufen sind, ist es wichtig, sich rechtzeitig einen Platz zu sichern. Üblich sind Anmeldungen bereits vor der 13. Schwangerschaftswoche. Worauf Mütter und Väter achten sollten:

  • Welche Leistungen bietet die Klinik? Sind diese durch die Pflichtversicherung gedeckt? Kann man Zusatzleistungen gegen Aufpreis dazu buchen?

  • Wie viele Geburten gibt es in der Klinik pro Jahr? Gibt es eine Diabetes-Ambulanz?

  • Wie ist die Klinik mit Personal ausgestattet? Ist immer ein Gynäkologe auf der Station anwesend – auch nachts und am Wochenende? Wie viele Hebammen sind mindestens im Dienst?

  • Wie viele Betten gibt es pro Zimmer? Wie ist die Ausstattung? Kann das Baby direkt bei der Mutter im Zimmer bleiben? Gibt es Familienzimmer, damit der Vater länger bleiben kann? Wenn ja, entstehen Zusatzkosten?

  • Wie sehen die Besuchszeiten aus? Wie viele Besucher dürfen zeitgleich bei Mutter und Kind sein?

  • Ist eine Gebärwanne für Wassergeburten vorhanden? Gibt es eine Wanne für Entspannungsbäder?

  • Wie sieht die Betreuung der Mutter während der Schwangerschaft, der Geburt und im Wochenbett aus?

  • Welche pränatalen Untersuchungen bietet die Geburtsklinik an? Werden diese in der Klinik gemacht oder von externen Instituten? Wie hoch sind die Kosten dafür?

  • Welche Kurse gibt es im Haus? Gibt es auch Angebote für Paare? Welche Kosten entstehen?

  • Lernt man die Hebammen des Krankenhauses vorher kennen? Kann sich die Schwangere von ihrer bisherigen Hebamme auch im Krankenhaus betreuen lassen?

  • Wann muss man sich für die Entbindung anmelden? Üblich ist eine Anmeldung bereits um die 13. Schwangerschaftswoche

  • Wer darf bei der Geburt dabei sein? Ist es auch möglich, dass mehrere Personen mitkommen?

  • Wie ist die Abfolge bei einer normalen Entbindung? Wird die Geburt routinemäßig mittels CTG überwacht? Ist die freie Wahl der Geburtsposition möglich? Wird jeder frischgeborene Säugling routinemäßig zur Beobachtung ins Kinderzimmer gebracht?

  • Wie oft wird eine Geburt eingeleitet? Sind Scheiden-Damm-Schnitte häufig? Wie hoch ist die Anzahl der Kaiserschnitte? Kommen Saugglocken- oder Zangengeburten oft vor?

  • Was passiert bei Komplikationen (z. B. Frühgeburt)?

  • Fördert die Klinik das Stillen?

  • Wann kommt das Baby nach einer normalen Geburt (auch: Kaiserschnitt) zur Mutter?

  • Wie lange dauert der Aufenthalt in der Klinik bei einer normalen Geburt (auch: Kaiserschnitt)?

  • Wie oft hält der Kinderarzt seine Visite ab? Wie unterstützt die Klinik die Mütter nach der Geburt in Sachen Kinderbetreuung? Wie sieht die Betreuung nach der Entlassung aus?

Packen für die Klinik

Erste Tage mit dem Baby

  • Die ersten Tage nach der Entbindung gehören Mutter und Kind. Die Mütter sollten sich in der Wochenbett-Phase körperlich schonen. Dennoch gibt es einiges an Formalitäten zu regeln. Empfehlung: Die Behördengänge sollte eine Vertrauensperson, die mit einer schriftlichen Vollmacht ausgestattet ist, für Sie erledigen.

  • Behördengänge

    • Das Mutterschaftsgeld sollte spätestens sieben Wochen vor dem Geburtstermin beantragt werden. Der Antrag ist bei der gesetzlichen Krankenkasse zu stellen, in der die Schwangere versichert ist (pflichtgemäß oder freiwillig). Benötigt wird eine Bescheinigung über die Schwangerschaft bzw. den Geburtstermin. Kopie der Geburtsurkunde später nachreichen.

    • Die Anerkennung der Vaterschaft lässt sich über das Standesamt, das Jugendamt, ein Amtsgericht oder einen Notar regeln – vor oder nach der Geburt. Erforderliche Unterlagen: Geburtsurkunden oder Abstammungsurkunden beider Eltern (alternativ: eine beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch), Personalausweise, Geburtsurkunde des Kindes, Zustimmung der Mutter (falls dies abwesend ist).

    • Die Geburtsurkunde wird vom Standesamt ausgestellt. Mitzubringen sind: Personalausweis, Geburtsbescheinigung des Krankenhauses, Geburtsurkunden der Eltern, Heiratsurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch.

    • Das Baby muss innerhalb von_7 Werktagen beim Einwohnermeldeamt gemeldet werden. Vorzulegen sind Geburtsurkunde, Pass und ggf. Urkunde über die Anerkennung der Vaterschaft.

    • Das Baby muss schnellstmöglich krankenversichert werden. Es empfiehlt sich, das Kind bei dem berufstätigen Elternteil zu versichern. Die Krankenkasse, bei der Ihr Kind versichert sein soll, benötigt als Nachweis eine Kopie der Geburtsurkunde.

    • Kindergeld wird für alle Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt, die in Deutschland leben. Der Antrag auf Kindergeld ist bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit (http://www.familienkasse.de) zu stellen. Dafür ist ebenfalls eine Geburtsurkunde des Kindes nötig. Übrigens: Die Zahlung erfolgt ggf. auch rückwirkend.

    • Elterngeld sollte innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt des Babys beantragt werden. Ausführliche Infos erhalten Sie bei den Elterngeldstellen oder beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (http://www.bmfsfj.de). Vorzulegen sind: Geburtsurkunde des Kindes, Bescheinigung der Krankenkasse über die Zahlung des Mutterschaftsgeldes, Bescheinigung des Arbeitgebers über einen Zuschuss zum Muttergeld, Einkommenserklärung bzw. Lohn und Gehaltsabrechnungen.

    • Der Antrag auf Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit beim Arbeitgeber vorliegen. Bei weiteren Fragen zur Elternzeit wenden Sie sich bitte an eine der Elterngeldstellen. Übrigens: Auch Väter können Elternzeit beantragen.

Nach der Entlassung

  • Mutter und Kind sind aus der Klinik entlassen. Der neue Familienalltag beginnt. Es gilt an vieles zu denken, und es gibt einiges zu erledigen. Bitte denken Sie an folgendes:

  • Klären Sie, wer Sie in den ersten Tagen nach der Entbindung zum Stillen beraten kann.

  • Informieren Sie die Hebamme, die Sie zu Hause unterstützen soll. Ihnen steht eine Betreuung zu. Auch Still- und Laktationsberaterinnen sind für Sie da. Und: Einrichtungen der ambulanten Kinderkrankenpflege bieten ebenfalls Rat und Hilfe.

  • In Stillgruppen können Sie sich mit anderen Eltern austauschen.

  • Das Baby muss an seinem 3. Lebenstag auf Stoffwechselerkrankungen (Screeningkarte) untersucht werden. Außerdem sollte die Untersuchung zur Früherkennung von Hörstörungen gemacht werden. Bis zum 10. Lebenstag ist auch die 2. Vorsorgeuntersuchung (U2) fällig.

  • Nicht vergessen: Sie sollten sich innerhalb der ersten 6 Wochen nach der Entbindung von Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin untersuchen lassen.

Diese Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind die – unserer Meinung nach – wichtigsten Punkte zusammengefasst.