Die Kindertagesbetreuungs-Checkliste

Auswahl

In einem Kindergarten bzw. in einer Kindertagesstätte soll Ihr Kind nicht nur gut behütet sein, sondern es sollte auch in seiner Entwicklung gefördert werden. Die Wahl fällt daher nicht leicht. Die nachfolgende Checkliste soll Ihnen dabei helfen, einen geeigneten Platz für Ihren Sohn oder Ihre Tochter zu finden. Darauf sollten Sie achten:

Kindergarten

  • Wird die Kita von einem qualifizierten Verein oder Träger betrieben? Ist es eine staatliche Einrichtung?

  • Ist die Atmosphäre angenehm und einladend?

  • Ist die Kita gut zu erreichen? Wohnen die Freunde des Kindes in der Nähe?

  • Ist ausreichend Platz für jede Gruppe vorhanden? Gibt es spezielle geschützte Räume für besondere Aktivitäten (z. B. Essen, Toben) oder bestimmte Situationen (Entspannen)?

  • Wie groß sind die Gruppen? Wie viele Erzieher/innen sind eingesetzt? Das Kinderbetreuungsnetzwerk der EU empfiehlt eine Erzieherin für sechs bis acht Kinder und maximal 15 Kinder pro Gruppe.

  • Sind die Räume kindgerecht eingerichtet?

  • Sind die Öffnungszeiten dem Alltag der Familien angepasst?

  • Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?

  • Können die Kinder auf dem Grundstück gut toben und dabei viel erleben?

  • Hat jedes Kind eine Eingewöhnungszeit? Wird jedes Kind zuverlässig von vertrautem Fachpersonal betreut? Sind Jüngere in der Gruppe gut aufgehoben? Nimmt das Personal Rücksicht auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder (z. B. Vorlieben oder bestimmte Essens- und Schlafzeiten)? Hat jedes Kind genug Freiraum, um sich zu entfalten? Wird ein Kind bei Bedarf speziell gefördert?

  • Gibt es genügend Erzieher/innen? Gehen sie mit den Kindern feinfühlig um? Nehmen sie sich Zeit? Gehen die Mitarbeiter/innen auf die Ideen der Kinder ein? Fördern sie ihre Neugier und ihren Entdeckerdrang? Stimmt die Qualifikation? Wie viele der Mitarbeiter sind staatlich anerkannte Erzieherinnen, wie viele sind Kindergartenhelferinnen, Praktikanten oder ABM-Kräfte?

  • Was lernen die Kinder im Kindergarten? Nach welchen pädagogischen Grundsätzen arbeitet der Kindergarten, und wie werden sie umgesetzt? Gibt es klare Strukturen und Rituale im Tagesablauf? Gibt es Spiel- und Lernangebote für Kinder verschiedener Altersgruppen? Wird die Sprachentwicklung besonders gefördert? Wird die Sinneswahrnehmung gezielt geschult? Gibt es Anregungen, die Welt zu erforschen? Hebt sich das Angebot von 08/15-Programmen ab? Werden soziale Kompetenzen vermittelt?

  • Gibt es gute Spiele, spannende Bücher, interessantes Bau- und Bastelmaterial, Musikinstrumente sowie evtl. auch Mikroskope und Computer)? Ist das Spielmaterial auf das Alter der Kinder abgestimmt? Gibt es Sachen zum Ausprobieren (z. B. Tücher zum Verkleiden, Werkzeug)?

  • Können die Kinder zu Mittag essen? Wird dabei auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet? Werden nach dem Essen die Zähne geputzt?

  • Arbeitet die Kita mit örtlichen Schulen oder anderen Einrichtungen (z. B. Musikschule) zusammen?

  • Gibt es in der Ferienzeit eine „Notgruppe“ für Kinder berufstätiger Eltern?

  • Glauben Sie, dass Ihr Kind in dieser Einrichtung gut aufgehoben ist und sich wohlfühlt?

Verhältnis: Kita–Eltern

  • Sind Mütter und Väter in der Einrichtung willkommen? Werden Kontakte der Eltern untereinander gefördert? Gibt es die Zeit dafür?

  • Werden die Eltern über wichtige Themen schriftlich informiert?

  • Haben die Eltern ein Mitspracherecht z. B. bezogen auf den Tagesablauf in der Kita? Können sie Feste oder Ausflüge mitgestalten? Haben Eltern die Möglichkeit, Kritik, Fragen und Wünsche zu äußern? Gibt es spezielle Elternsprechzeiten? Gibt es eine Elternvertretung? Werden Möglichkeiten der Weiterbildung angeboten?

  • Berichten die Erzieher/innen regelmäßig über den Entwicklungsstand des Kindes? Gibt es eine Mappe für jedes Kind? Beraten die Mitarbeiter mit den Eltern, wie man das Kind in seiner Entwicklung unterstützen kann? Sehen die Erzieherinnen die Mütter und Väter als Experten ihres Kindes an? Sind sie an den Erziehungsideen der Eltern interessiert?

Krippen

  • Bei Einrichtungen, die auch Kinder unter 3 Jahren betreuen, ist auch Folgendes wichtig:

  • Besonders die Jüngeren sollten ungestörte Schlafmöglichkeiten haben.

  • In einer Kita-Gruppe von15 Kindern sollten höchstens fünf Ein- und Zweijährige sein. Es sollten bei dieser Größe zudem mindestens zwei Erzieherinnen anwesend sein.

Übersicht Betreuungsformen

Diese Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind – die unser Meinung nach – wichtigsten Punkte zusammengefasst.