Die Todesfall-Checkliste

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Der Tod eines vertrauten Menschen ist für die Hinterbliebenen meist ein schwerer Schlag – der sie oft auch noch völlig unvorbereitet trifft. Trauer und Schmerz sind enorm, und dennoch gilt es viel zu regeln. Zusätzlich sind Vorgaben und Fristen einzuhalten. Die Todesfall-Checkliste hilft, den Überblick zu behalten.

Sofort erledigen...

  • Für Todesfälle im Haus gilt: Rufen Sie den Hausarzt oder den ärztlichen Notdienst an. Ein Arzt muss kommen. Er stellt den amtlichen Totenschein aus. Ist die Person im Krankenhaus verstorben, erhalten die Hinterbliebenen den Totenschein automatisch von der Klinik.

  • Verständigen Sie die nahestehenden Verwandten des Verstorbenen und/oder die guten Freunde, um die weiteren Schritte mit ihnen zu besprechen.

  • Suchen Sie Unterlagen (u. a. Personalausweis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde) heraus.

  • Wenn es einen Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsinstitut gibt, ist es wichtig, dass Sie auch dieses Schreiben zur Hand haben.

  • Weitere wichtige Unterlagen sind, sofern vorhanden: Testament, Organspende-Ausweis, Willenserklärung zur Feuerbestattung u. ä.

  • Rufen Sie ein Bestattungsinstitut an und vereinbaren Sie einen Termin. Es veranlasst die Überführung und alle weiteren Schritte.

  • Hinweis: Bei Suizid oder ungeklärtem Todesfall muss die Polizei alarmiert werden.

1 bis 2 Tage später

  • Sie sollten mit dem Bestattungsinstitut genau abstimmen, welche Leistungen die Firma übernimmt und was Sie selbst erledigen.

  • Sie müssen einen Sarg (Urne) aussuchen und weitere Details der Beerdigung festlegen, z. B. die Totenkleidung sowie die Gestaltung der Trauerfeier.

  • Der Bestatter holt den Leichnam ab und überführt ihn in die Leichenhalle. Die Überführung muss innerhalb von 36 Stunden erfolgen.

  • Das Bestattungsinstitut braucht folgende Dokumente des Verstorbenen:

  • Das gilt für: Verheiratete, Geschiedene und Verwitwete.

  • Das gilt für Geschiedene. Wichtig ist der „Rechtskraftvermerk“.

  • Bei Ehepaaren, bei denen bereits ein Partner verstorben ist, muss die Sterbeurkunde des Ehepartners vorliegen.

  • Die Verwaltung muss kurzfristig über den Todesfall informiert werden. Sie stellt die Sterbeurkunde aus. Zuständig ist das Standesamt. Mitzubringen sind: Geburtsurkunde und Personalausweis des Verstorbenen sowie ggf. die Eheurkunde bzw. das Scheidungsurteil. Lassen Sie sich möglichst mehrere Exemplare der Sterbeurkunde aushändigen. Sie werden für die Abmeldungen benötigt.

  • Der Erbschein ist beim Nachlassgericht zu beantragen.

  • Informieren Sie auch: den Arbeitgeber, die Krankenkasse, die Versicherungen (Lebens- u. Unfallversicherung müssen binnen 48 Stunden informiert werden), die Kirche u. ä. sowie die übrigen Freunde und Bekannten.

  • Wohnung

Vor der Bestattung

Nach der Bestattung

  • Sie können Dankeskarten verschicken oder eine Zeitungsanzeige aufgeben.

  • Die laufenden Abos, Verträge und Mitgliedschaften des Verstorbenen müssen gekündigt werden. Bei Alleinstehenden muss auch die Wohnung gekündigt werden.

  • Denken Sie auch daran, die Daueraufträge z. B. bei der Bank zu stoppen.

  • Der Verstorbene sollte u. a. bei der Rentenkasse, den Versicherungen sowie den Behörden abgemeldet werden.

  • z. B. Haftpflichtversicherung und Hausratversicherung

  • Sofern Sie das Auto des Verstorbenen nicht verkaufen wollen, muss es ab- oder umgemeldet werden. Die Kfz-Versicherung sollte gekündigt werden.

  • Legen Sie eine Akte mit allen wichtigen Unterlagen (z. B. Sterbeurkunde, Grabnutzung/-pflege, Abrechnungen) an.

  • Nach Erhalt des Erbscheins kann das Testament eröffnet werden.

Wichtig für Ehepartner

  • Als Witwe oder Witwer sollten Sie rechtzeitig die Witwenrente beantragen.

  • Pflichten: In Deutschland müssen Verstorbene oder deren Asche bestattet werden. Die Kosten trägt der Erbe – der nicht zwingend mit dem „Bestattungspflichtigen“ identisch sein muss. Über die Pflicht zur Bestattung ist geregelt, wer für die Fürsorge des Menschen vom Tod bis zur Bestattung verantwortlich ist. Dazu gehören u. a. die Organisation der Bestattungsfeier, die Auswahl des Grabsteins und die Pflege des Grabes. Die Fürsorgepflicht haben in der Regel der Ehegatte, volljährige Kinder oder die Eltern. Manchmal legen Menschen auch vor ihrem Tod fest, wer für sie die Totenfürsorge tragen soll. Dieser Wille ist für die Hinterbliebenen bindend.

Diese Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind – die unser Meinung nach – wichtigsten Punkte zusammengefasst.