Die große Umzugs-Checkliste

Auswahl

Ob in eine neue Stadt, eine neue Gemeinde oder innerhalb des gleichen Ortes bzw. in der Umgebung – in Deutschland wird viel umgezogen. Laut Statistik ziehen deutsche Haushalte im Durchschnitt alle acht Jahre einmal um. Das entspricht rund 4,8 Millionen Haushalten im Jahr. Und Gründe, die einen Umzug erfordern gibt es viele: erste eigene Wohnung, Wohngemeinschaft mit Freunden, für Ausbildung, Studium oder Beruf, der Liebe, Familie oder einfach der Veränderung wegen.
Behördengänge, Geld sparen, richtiges Packen, vorübergehendes Halteverbot einrichten, Packmaterial und Umzugskartons besorgen, Fahrzeug mieten, Möbelspedition buchen, Übergabeprotokoll und Übergabetermin – beim Umziehen gibt es viele Dinge, die vergessen werden können. Damit Ihnen das nicht passiert und damit Ihr Umzug einwandfrei verläuft, ist die richtige Planung und Vorbereitung sehr wichtig. Hier finden Sie viele hilfreiche und nützliche Tipps fürs Umziehen leicht gemacht.

3 Wochen vor dem Umzug

  • Ein Umzug kann stressig sein – fangen Sie deshalb frühzeitig mit der Planung an und erledigen Sie wichtige Punkte gleich.

  • Alte Wohnung

    • Umzugstermin genau festlegen und Umzugshelfer benachrichtigen

    • Erstellen Sie eine Spermüllliste und vereinbaren Sie einen Termin zur Abholung des Sperrmülls

    • Sonderurlaub/Umzugstage beantragen: Wer sich den Umzugstermin aussuchen kann, sollte nicht gerade den Monatsersten nehmen. Durchschnittlich kostet der Umzug dann nämlich 10 % mehr. Billiger wird es zwischen dem 6. und 13. sowie zwischen dem 18. und 24. eines Monats.

    • Lassen Sie sich beim Umzug helfen und beauftragen Sie eine Spedition. So wird der Umzug für Sie stressfreier und Sie müssen nicht auch noch schwere Möbel heben und tragen.

    • Speditionen finden Sie auf http://www.gelbeseiten.de/speditionen

    • Garage, Keller, Dachböden und Abstellräume entrümpeln: Nutzen Sie den Umzug und misten Sie ordentlich aus. Entsorgen Sie alles, was Sie lange nicht getragen oder benutzt haben. Tipp: Viele soziale Einrichtungen und Vereine freuen sich über Ihre Altkleider sowie anderen aussortierten Möbel, Haushalts- und Einrichtungsgegenstände.

    • Wohnungsübergabe und Abstandszahlung mit dem Nachmieter klären und Termin vereinbaren

    • Veranlassen Sie die Rückzahlung Ihrer Mietkaution.

  • Neue Wohnung

    • Prüfen Sie Ihren neuen Mietvertrag oder lassen Sie sich dabei helfen.

    • Mietervereine finden Sie auf http://www.gelbeseiten.de/mieterverein.

    • Sondergenehmigung für Parkplatz vorm Haus für den Umzugswagen beantragen, kostet in der Regel zwischen 10€ und 125€. Viele Speditionen und einige andere Fachunternehmen sind darauf spezialisiert, diese Genehmigung zu beantragen und stellen für Sie auch die Verkehrsschilder gemäß Anordnung auf.

    • Handwerkertermine abstimmen für: Küche einbauen, Duschkabine installieren, Telefonkabel verlegen, E-Herd anschließen usw. – Kompetente Handwerker erstellen Ihnen einen Kostenvoranschlag. So haben Sie die Möglichkeit mehrere Handwerker miteinander zu vergleichen.

    • Renovierungsarbeiten erledigen (lassen).

    • Malerbetriebe finden Sie auf http://www.gelbeseiten.de/malerbetriebe

    • Umzugsplaner erstellen: Schreiben Sie sich auf, was Sie noch bis wann erledigen müssen.

    • Zur besseren Übersicht und Kontrolle erstellen Sie sich einen Kostenplan. Damit behalten Sie die Ausgaben im Blick.

  • Adressänderungen, An- bzw. Ummelden

    • Wenn Sie z. B. Kindergeld oder Bafög beziehen und sich durch den Umzug die Zuständigkeit der Agentur für Arbeit ändert, denken Sie daran sich vor Ort zu melden und die Agentur für Arbeit über Ihren Umzug zu informieren.

    • Können Sie weiterhin die gleichen Ärzte aufsuchen, geben Sie diesen Ihre neue Adresse und Telefonnummer.

    • Informieren Sie Ihren Automobilclub über Ihren Umzug und geben Sie Ihre neuen Kontaktdaten bekannt.

    • Informieren Sie das Finanzamt über Ihren Umzug und geben Sie Ihre neuen Kontaktdaten bekannt. Mit einem Umzug in einen anderen Bezirk, Stadtteil oder in eine andere Stadt ändert sich die Zuständigkeit.

    • Bei Wechsel des Geldinstitus: Geldverbindungen und Sparkonten überprüfen, Daueraufträge ändern, löschen oder einrichten; Einzugsermächtigungen ändern, widerrufen bzw. erteilen.

    • Am 01._01._2013 hat der neue Rundfunkbeitrag die geräteabhängige Rundfunkgebühr abgelöst. Dann gilt für Bürgerinnen und Bürger: „Eine Wohnung – ein Beitrag.“ Wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Alles zu den neuen Regelungen gibt es unter http://www.rundfunkbeitrag.de

    • Klären Sie, was hinsichtlich der Heizkostenabrechnung zu beachten ist und verabreden Sie eine Zwischenablesung für den Tag der Wohnungsübergabe.

    • Bei Wechsel der Einrichtung: Denken Sie daran Ihre Kinder in Kindergarten und Schule ab- und neu anmelden.

    • Informieren Sie das zuständige Abfallwirtschaftsunternehmen über Ihren Umzug und klären Sie dabei alles Weitere.

    • Benachrichtigen Sie die Rentenstelle über Ihren Umzug und geben Sie Ihre neuen Kontaktdaten bekannt.

    • Beauftragen Sie die Deutsche Post mit dem Nachsendeservice.

    • Melden Sie Ihr Telefon um oder kündigen Sie Ihren Anschluss und beantragen Sie dabei gleich einen neuen Anschluss für Ihre zukünftige Wohnung. Auskunft gibt Ihr Telefonanbieter (siehe Telefonrechnung).

    • Benachrichtigen Sie Ihren Schornsteinfeger über Ihren Umzug.

    • Informieren Sie alle Vereine und Verbände, bei denen Sie Mitglied sind.

    • Benachrichtigen Sie Versicherungen und Ihre Krankenkasse über Ihren Umzug.

    • Verständigen Sie Versorgungsbetriebe (Strom, Gas, Wasser, Fernwärme), damit am Umzugstag die Zählerstände abgelesen werden können – oder klären, ob Sie selbst ablesen und eine Benachrichtigungskarte schicken oder diese online mitteilen können.

    • Zeitungen/Zeitschriften müssen ab- oder umbestellt werden. Da diese nicht über den Nachsendeservice der Deutschen Post nachgeliefert, sondern separat zugestellt werden, ist dies zwingend erforderlich. Informieren Sie die entsprechenden Zeitungs- und Zeitschriftenverlage.

2 Wochen vor dem Umzug

  • Alte Wohnung

  • Neue Wohnung

    • Tipp: Messen Sie in der neuen Wohnung die Flächen für Gardinen und Teppiche aus, die aus der alten Wohnung mitgenommen werden. 2 Wochen reichen, um notwendige Änderungen und eine gründliche Reinigung zu veranlassen.
      Vorteil: Die Firma, die Ihre Teppiche reinigt, holt diese bei Ihnen ab und kann diese dann gleich an Ihre neue Adresse liefern - für den Fall, dass Sie innerhalb einer Stadt umziehen.

    • Vereinbaren Sie mit dem neuen Vermieter den Schlüsselübergabetermin. Legen Sie bei Neubauten gleich fest, welche Arbeiten vor Ihrem Einzug unbedingt noch erledigt werden müssen.

    • Altbau: In der Regel kann man den Anschluss des Vormieters übernehmen und muss die Leitung nur freischalten lassen.
      Neubau: Ihr Telefonanbieter braucht unter Umständen einige Wochen, bis der Anschluss überhaupt in den Neubau gelegt ist. Also unbedingt jetzt bei Ihrem Telefonanbieter nachfragen!

    • Lassen Sie den Kabelanschluss installieren und freischalten. Der Vermieter oder die private Kabelgesellschaft rechnet die Kosten dann mit Ihnen ab. Bei Neubauten müssen Sie sich darum kümmern, dass der Antrag bei dem Betreiber des Kabelnetzes auch eingeht und bearbeitet wird.

    • Sprechen Sie die Liefertermine für Ihre neuen Möbel ab.

    • Überprüfen Sie für den Umzugstag die Transportwege wie z. B. die Zuwegung zum Grundstück, das Treppenhaus und die Türen, und kontrollieren Sie, ob Ihre Möbel passen oder ob sie auseinandergebaut werden müssen.

    • Organisieren Sie sich Informationen über die Stadt und beschaffen Sie sich einen Stadtplan.

Die letzten 7 Tage vor dem Umzug

  • Alte Wohnung

    • Beachten Sie beim Packen unbdeingt die Regeln für Packer von Umzugskartons, damit sich diese noch problemlos heben und tragen lassen.

    • Besorgen Sie sich qualitativ hochwertiges und mengenmäßig ausreichendes Packmaterial.

    • Entwickeln Sie Ihre Pack-Strategie: Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Sie sich beim Packen vom Unwichtigen zum Wichtigen hinarbeiten.

    • Packen Sie so, dass die Umzugskartons nicht zu schwer und nicht zu voll werden. Verwenden Sie lieber ein paar Kartons mehr.

    • Denken Sie daran, alle Packstücke gut zu verschließen und zu sichern.

    • Damit nichts beschädigt wird und alles gut in der neuen Wohnung ankommt, verwenden Sie vor allen Dingen für zerbrechliche und wertvolle Gegenstände Spezialverpackungen.

    • Heben Sie sich für den Umzugstag ein paar Kartons in Reserve auf.

  • Tipps

    • Rufen Sie alle Helfer noch einmal an und erinnern Sie diese an den Umzugstag.

    • Sprechen Sie Ihre Nachbarn an bzw. machen Sie einen Aushang im Treppenhaus. So weisen Sie Ihre Nachbarn einige Tage vor dem Umzugstag auf den Umzug hin. Ihre Nachbarn können sich dann darauf einstellen, dass es an dem Tag ggf. etwas lauter werden kann und wundern sich nicht, weshalb den ganzen Tag die Haustür offen steht.

    • Organisieren Sie für den Umzug ausreichend Essen und Trinken: Ideal sind Sandwiches oder Salate. Diese können Sie gut vorbereiten und denken Sie auch daran, ausreichend Getränke zu besorgen (Wasser, Tee, Kaffee, Säfte, Erfrischungsgetränke).

    • In den Not-Umzugskarten gehören Klebeband und Schere zum Ab- und Zukleben, Packpapier und Plastikfolie zum Abdecken, Müllsäcke, Stifte zum Beschriften, Taschenlampe, Sicherungen und Verlängerungskabel.

  • Neue Wohnung

    • Irgendwann in dieser Woche werden Sie spätestens die Schlüssel für Ihr neues Heim bekommen. Gehen Sie mit dem neuen Vermieter durch alle Räume und halten Sie eventuelle Mängel im Übergabeprotokoll fest. Damit Sie nachher nicht für alte Schäden aufkommen müssen, machen Sie das auch mit dem Treppenhaus.

    • Überprüfen Sie neue Installationen wie z. B. Einbauküche, Warmwasserboiler, Balkonjalousie auf Ihre Funktionalität.

    • Organisieren Sie erste Transporte: Auch, wenn Sie mit einer Spedition umziehen, empfindliches Umzugsgut, Gegenstände, die Ihnen besonders am Herz liegen oder die schwer zu transportieren sind, sollten Sie schon vor dem Umzugstag selber in die neue Wohnung bringen.

    • Infomieren Sie Ihre neue Nachbarn über Ihren Einzug und machen Sie sich bekannt.

Am Umzugstag

  • Nehmen Sie sich Zeit für das Be- und Entladen.

  • Transporter beladen

    • Ausreichend Packdecken und Binder im Transporter deponieren.

    • Einweiser für den gesamten Ladevorgang auf dem Transporter postieren.

    • Zuerst die Kartons einladen.

    • Richten Sie dann eine Stehlage mit großen Möbeln ein.

    • Füllen Sie den Transporter jetzt mit kleineren und sperrigen Teilen auf.

    • Zwischenräume immer wieder ausfüllen.

  • Überprüfen Sie die Ladung auf Sicherheit für den Transport.

  • Teilen Sie die Umzugshelfer ein und geben Sie jedem eine Aufgabe.

  • Die 10 Schritte bis zur Übergabe

    • Reinigen Sie die Wohnung und entsorgen Sie sämtlichen Umzugsmüll.
      Hinweis: Haben Sie Papier und Pappe zu entsorgen, zerreißen Sie diese in handliche Stücke, damit Sie diese schnell und einfach durch die schmalen Schlitze der Papiercontainer werfen können.

    • Kontrollieren Sie Schäden in der Wohnung.

    • Reinigen Sie das Treppenhaus und beseitigen Sie die Umzugsspuren.

    • Kontrollieren Sie das Treppenhaus vor und nach dem Umzug auf eventuelle Schäden.

    • Notieren Sie sich die Zählerstände von Wasser, Strom und Heizung und schreiben Sie sich auch das Datum dazu oder machen Sie mit Ihrem Smartphone Bilder.

    • Stellen Sie Ihr Telefon ab.

    • Nehmen Sie die Namensschilder ab. Das hat z. B. den Vorteil, das ggf. fehlgeleitete Post nicht mehr bei Ihnen eingeworfen werden kann.

    • Besichtigen Sie zusammen mit dem Vermieter Ihre alte Wohnung und fertigen Sie dabei ein Übergabeprotokoll an.

    • Machen Sie einen letzten Rundgang durch Ihre alte Wohnung und ggf. auch durch Keller und Boden.

    • Packen Sie sich einen Notkoffer mit den persönlichen Utensilien für einige Tage. Das kann sehr hilfreich sein, falls beim Umzug etwas erst nach einiger Zeit wieder auftaucht.

  • Vorbereitung des Umzugs

    • Sichern Sie im Neubau gefährliche Stellen.

    • Prüfen Sie vor Ihrem Einzug das Treppenhaus auf eventuell vorhandene Vorschäden und dokumentieren Sie diese. Tipp: Machen Sie mit Ihrem Smartphone oder Ihrer Digitalkamera Fotos von den Schäden.

    • Empfindliche Materialien (Teppich/Parkett) sollten Sie in der Wohnung und im Treppenhaus besser abkleben bzw. abdecken oder ggf. für die Zeit des Umzugs beiseite räumen.

    • Schalten Sie die Sicherungen ein.

  • Der Umzug

  • Der Einzug

  • Nach dem Umzug

    • Melden Sie sich innerhalb von einer Woche beim Einwohnermeldeamt an (Bezirksämter-Kundenzentren in Hamburg, sonst Gemeinde- oder Amtsverwaltung).
      Erforderliche Unterlagen: Dokumente aller umziehenden Personen (Ausweis, Reisepass, Kinderausweis (wenn nicht vorhanden Geburtsurkunde des Kindes), Heiratsurkunde, Scheidungsurteil), ausgefülltes Anmeldeformular (auch Name und Adresse des Vermieters) und unterschrieben, ggf. KFZ-Schein zur Anschriftenänderung.

    • Achtung: Lassen Sie Ihre Adressänderung im Kfz-Schein eintragen und melden Sie Ihren ggf. vorhandenen Hund auch an- bzw. um. Auch bei einem Umzug innerhalb des Hauses ist eine Ummeldung erforderlich.

    • Anmeldung bei den Versorgungsbetrieben: Teilen Sie diesen die aktuellen Zählerstände für Gas, Wasser, Strom und Fernwärme mit.

    • Für die Zuteilung eines Kennzeichens ist die Kfz-Ummeldung erforderlich. Sie benötigen Ihre bisherigen Kennzeichenschilder, die eVB-Nummer der Versicherung, den Fahrzeugbrief oder die Zulassungsbescheinigung Teil II, den Fahrzeugschein oder Zulassungsbescheinigung Teil I, die Bescheinigung der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung (wenn für Ihr Kfz erforderlich), eine Einzugsermächtigung zur Abbuchung der Kfz-Steuer sowie einen Kontonachweis. Für die Kfz-Ummeldung fallen Verwaltungsgebühren an.

    • Wenn bei der Umzugsinformation an die Nachbarn noch nicht erfolgt, dann spätestens jetzt: Stellen Sie sich bei den neuen Nachbarn vor.

    • Beachten Sie Steuer-Tipps für Ihre Steuererklärung.

Diese Checkliste ist als Orientierungshilfe im Alltag gedacht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind die – unserer Meinung nach – wichtigsten Punkte zusammengefasst.